Nora Kudrjawizki: Die Hoffnung stirbt NIE!

Nora Kudrjawizki: Die Hoffnung stirbt NIE!
Abgesagte Konzerte, verschobene Veranstaltungen – Die Kulturszene liegt am Boden. Keine Auftritte, keine Gagen: Freischaffende Künstler*innen trifft die Corona-Krise besonders hart. E-Geigerin und Star Violinistin Nora Kudrjawizki aus Berlin berichtet über ihre Ängste und Hoffnungen und darüber, wie sich das Arbeiten in Corona-Zeiten anfühlt.

„Ich bin so glücklich und dankbar für diesen wundervollen und tollen Abend mit Euch und freue mich wahnsinnig darauf, Euch am Valentinstag 2021 hier im Kesselhaus der Kulturbrauerei zu meinem zweiten „One Violin Orchestra Konzert“ wieder sehen zu können… !“

© Nora Kudrjawizki
Die erste Corona-Zwangspause

Das waren die Schlussworte meines letzten Konzertes und die Vorfreude auf das kommende Jahr war unbeschreiblich schön. Kurz danach, Lockdown. Was ist das? Jegliche Kultur gestrichen, keine Konzerte, keine Buchungen, nichts. Ich war zuversichtlich, dass es nur von kurzer Dauer ist, denn mein Jahr 2020 war gut gebucht mit vielen unterschiedlichen Konzerten in tollen Städten dieser Welt. Dann kam der April, Mai… die Zeit verstrich unglaublich schnell.

Ideenreichtum & Existenzangst

Eine harte Probe für eine vierköpfige Familie mit zwei Elternteilen, die freiberufliche Musiker & Schauspieler sind und ihre Kinder im Homeschooling unterrichten müssen. Es war ein ständiger Spagat zwischen Erziehung, diplomatischer Beschulung, Existenzangst und Kreativitätsdrang. Es begann der Juni … Juli und ich ging in den Sommer. Immer noch zuversichtlich und voller Ideen und Kreativität für die kommenden Auftritte. Doch ganz schnell wurde klar, dass die Veranstalter vorsichtig wurden mit Anfragen und die Auftragslage sich immer mehr verschlechterte. Um weiter positiv zu bleiben, begann ich mit einem Online-Kurs, um meine Social Media Kanäle zu pushen und die Zeit sinnvoll zu nutzen.

© Lenn Kudrjawizki
Neues Album: ONE VIOLIN ORCHESTRA

Ich nahm mein neues Album auf, mit dem ich mir selbst das Ziel setzte, es im November zu veröffentlichen. Jeden Tag habe ich gesungen, gegeigt, Loops gebeatboxt und meine Seele in diese Scheibe gelegt und bin überglücklich, sie nun in den Händen zu halten, auch online den Menschen überall zur Verfügung stellen zu können und erfreue mich an dem positiven Feedback meiner Fans.

Als Musikerin lebe ich von den Emotionen der Menschen, von ihrem Lachen, ihren Tränen, ihrer Begeisterung und bin jedes Mal so glücklich, wenn meine Musik die Seelen berührt und ich mein Album hinaus in die Welt schicken darf. Dank Social media reiste das Album u. a. nach Amerika, Bangladesh, Dänemark, Spanien und England.

Der zweite Lockdown

Trotz aller Zuversicht traf mich der erneute Lockdown sehr, denn die vielen vorweihnachtlichen Konzerte und Weihnachtskonzerte sind für uns Musiker ein großer und wichtiger Teil des Jahreseinkommens. All unsere lang geprobten Konzerte wurden trotz toller und gut durchdachter Hygienekonzepte der Konzertlocations erneut komplett gestrichen.

Eine ganze Branche wurde lahmgelegt und ist seit März quasi ohne Einkommen und ohne Aussicht auf Besserung. Das ist eine schlimme  Feststellung für das „Land der Dichter und Denker“ und muss sich schnellstmöglich ändern.

©Lior Kudrjawizki

Ich habe keinen Plan B, denn Musik ist mein Leben – das, was ich tue und liebe seit meiner frühesten Kindheit und auch weiterhin tun möchte, weil es nichts gibt, was mich so sehr erfüllt und was ich so gut kann. Deswegen übe und probe ich weiterhin täglich für mein „ONE VIOLIN ORCHESTRA VOL.2“ Konzert am 14.2.2021, dem Valentinstag, an dem ich HOFFENTLICH vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann… denn eigentlich heißt es ja: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Meine Version heißt:
Die Hoffnung stirbt N I E!

Homepage: www.oneviolinorchestra
Neues Album: Spotify ::: ONE VIOLIN ORCHESTRA
Neues Video Release: https://youtu.be/-pGUOlYEj1M

Beitragsbild: ©Nora Kudrjawizki

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