Am Freitag, den 23. Januar 2026, ist Holger Klotzbach, Gründer und Direktor der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt, verstorben. Mit ihm verliert Berlin einen außergewöhnlichen Kulturmacher, Visionär und Ermöglicher, der das Unterhaltungs- und Theaterleben der Stadt über Jahrzehnte geprägt hat.
Vom Berufsverbot zur Berliner Kulturgeschichte
Holger Klotzbach wurde vor 80 Jahren in Duisburg geboren. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Lehramt. Seine Laufbahn als Lehrer endete jedoch früh. Der Radikalenerlass führte zu einem Berufsverbot, da er als „verfassungsfeindlich“ eingestuft wurde.
Später nannte er diesen Einschnitt oft sein großes Glück. Er wandte sich dem Zirkusleben zu. Bald war er an der Gründung bedeutender Kulturorte beteiligt. Dazu zählen der Zirkus Roncalli, das Schwarze Café und das Tempodrom.
In den 1980er-Jahren war Klotzbach Mitglied des politischen Kabaretts „Die 3 Tornados“. Danach verlagerte er seine Arbeit zunehmend hinter die Bühne. Sein Blick galt dem Ganzen und den Menschen.
Im Jahr 1992 gründete er gemeinsam mit Lutz Deisinger die Bar jeder Vernunft. Das Theater wurde schnell zu einer festen Größe in Berlin. Zehn Jahre später folgte das Tipi am Kanzleramt.

Holger Klotzbach war ein mutiger und kreativer Mensch. Er war großzügig, weltoffen und tolerant. Seiner Initiative verdankt Berlin zwei außergewöhnliche Theater. Seit über 30 Jahren bieten sie anspruchsvolles Entertainment – ohne Subventionen.
Berlin wird ihn schmerzlich vermissen.
Sein Ehemann und Partner Eric Schmidt-Mohan sowie das gesamte Team werden sein Werk in seinem Sinne fortführen.
Einstiegsbild: Holger Klotzbach – 30. Januar 1946 – 23. Januar 2026©Bar jeder Vernunft
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