BELLO! verbindet Zirkus und Erzählkunst auf einzigartige Weise. Sechs Akrobaten und eine Schauspielerin nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch Alltag, Sehnsüchte und kleine Wunder. Jede Szene erzählt eine Mini-Geschichte – mal komisch, mal melancholisch, mal überraschend absurd. Die Show zeigt, wie viel Staunen, Freude und Menschlichkeit in scheinbar kleinen Momenten stecken.
Nach ausverkauften Vorstellungen beim Berlin Circus Festival kommt der Festivalhit nun für drei Monate ins Chamäleon Berlin. Die italienische Kompanie Fabricca C hat das Stück neu interpretiert, mit frischen Szenen und einer neuen Figur im erzählerischen Mittelpunkt.
BELLO! – Zeitgenössischer Zirkus trifft auf magische Kurzgeschichten
Denn das Erzählen nimmt bei Fabricca C ohnehin eine besondere Rolle ein: Während die meisten Kompanien den zeitgenössischen Zirkus als wortlose Kunst zeigen, ist BELLO! als eine Sammlung von Kurzgeschichten angelegt, ausdrucksstark vorgetragen von einer Schauspielerin, zeitgleich künstlerisch interpretiert von sechs Weltklasse-Akrobaten.
Es sind skizzenhafte Erzählungen über die Wunder und Absurditäten des Alltäglichen: sei es über die Kunst des Schlangestehens oder die Unerreichbarkeit der Liebe, mal leicht und komisch, mal sehnsuchtsvoll und melancholisch, mal zweifelnd und fragend.
Artistik, Tanz und Poesie in perfekter Verbindung
Die Artisten werfen sich dabei einander in die Arme und auf die Schultern, klettern auf den Händen aneinander hoch, fliegen und fallen; die Schauspielerin wird vom Geschehen mitgenommen, überwältigt, mitgerissen. Virtuose Partnerakrobatik vermischt sich mit Tanz und Körpertheater, mit Prosa und Poesie.
„Es war uns wichtig, dass der Text nicht einfach erklärt, was auf der Bühne passiert“, sagt Francesco Sgrò, der das Stück als künstlerischer Leiter zusammen mit dem Ensemble als Kollektiv entwickelt hat. „Wir wollten kein traditionelles Sprechtheater in eine Zirkuswelt verpflanzen, sondern einen echten Zirkus-Text erschaffen – er soll das Stück nicht auflösen, sondern um eine Dimension und Perspektive erweitern, Stimmungen schaffen.“
Neue Dynamik, Schönheit und kollektive Kraft
In der Chamäleon-Produktion übernimmt die Berliner Schauspielerin Judith Shoemaker die Textpassagen und bringt damit laut Francesco Sgrò eine ganz neue, spannende Dynamik in die erweiterte Fassung. „Einer der wichtigsten Punkte dieser Neuinterpretation war von Anfang an, dass sich die Schauspielerin im Stück wohlfühlt“, erklärt er. Zusammen habe man so völlig neue Potenziale von BELLO! freigelegt. „Bei uns sollen Schauspielerinnen nicht nur schauspielern – sie werden auf eine physische Reise mitgenommen, werden selbst zu Zirkus-Artistinnen und Teil des Ganzen.“
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Wie der Titel (auf Deutsch: „Schön!“) andeutet, spielt Schönheit in BELLO! eine zentrale Rolle. „Es geht nicht darum, schöne Bilder zu zeigen“, sagt Sgrò. Vielmehr interessiert das Ensemble, wie Gesellschaft Schönheit wahrnimmt, wer sie definiert und welche Wirkung sie auf Menschen hat. „Wir wollten erkunden, was die Idee von Schönheit mit uns macht und was Schönheit im Jahr 2025 überhaupt bedeutet.“
Inspiration lieferte dabei eine simple Google-Suche: Wer „Beauty“ eingibt, findet auf den ersten 20 Seiten fast ausschließlich Ergebnisse rund um Make-up. Diese Gleichförmigkeit gibt es in BELLO! nicht. Stattdessen wechseln die ästhetischen Welten ständig und eröffnen Raum für unterschiedliche Emotionen: von neutral gehaltenen Passagen in Haut- oder Beigetönen bis zu Szenen voller Licht und Farbe, vom simplen Laden-Szenario über eine surreale Modenschau bis hin zu einem schrillen Ballett. Auch der Soundtrack verstärkt jede Stimmung – sphärische Klänge treffen auf pumpendes Elektro oder sanfte Streicher.
Was alle Szenen eint: Es gibt keine Solo- oder Duo-Nummern, immer arbeitet das gesamte Ensemble, sieben Menschen, im ständigen Austausch zusammen. „Wir wollen vom ersten bis zum letzten Moment ein kollektives Bewegen zeigen, ein ununterbrochenes Miteinander“, sagt Sgrò. Das betont den Kollektivgedanken, der für Fabricca C seit der Gründung 2016 zentral ist.
Innerhalb des Netzwerks Cordata F.O.R erforscht die Gruppe neue Formen des zeitgenössischen Zirkus und der Zusammenarbeit. Für BELLO! hat sich ein hochkarätiges internationales Akrobatik-Ensemble gefunden, das in wechselnden Besetzungen gemeinsam auftritt.
Expertise und Auszeichnungen hinter BELLO!
Mitgründer und Regisseur Francesco Sgrò absolvierte an der Flic Zirkus-Schule in Turin unter anderem eine Ausbildung als Jongleur. Von 2012 bis 2018 war er selbst künstlerischer Direktor an dieser renommierten Schule. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet: Im vergangenen Jahr erhielt er beim Festival Mondial du Cirque de Demain in Paris für seine Arbeit an der Darbietung „Quelle Roue“ von Marica Marinoni den Preis für die beste Regie sowie die beste Live-Musik.
Das Chamäleon Berlin ist in Deutschland als Produktionshaus für zeitgenössischen Zirkus einzigartig. Es versteht sich als innovativer Kreativort und Partner für internationale Koproduktionen und Netzwerke. 2023 wurde es für seine Arbeit mit dem Theaterpreis des Bundes in der Kategorie Privattheater ausgezeichnet.
Praktische Infos für Besucher
Spielzeit: 03. März – 31. Mai 2026
Tage & Uhrzeiten: Di.–Fr. 20:00 Uhr, Sa. 17:00 & 20:30 Uhr, So. 18:00 Uhr
Ort: Chamäleon Berlin, Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin