Im Berta Berlin wird Herkunft nicht nur zitiert, sondern neu interpretiert. Zwischen Erinnerungen, Familientraditionen und moderner Stadtkultur entsteht ein Ort, der Geschmack als Erzählung versteht. Hier treffen osteuropäische Einflüsse auf die intensive Aromatik Jerusalems und formen ein eigenständiges kulinarisches Profil. Ein Besuch zeigt eine Küche, die Emotion, Handwerk und urbane Leichtigkeit miteinander verbindet.
Osteuropäische Einflüsse und die Aromen Jerusalems prägen das aktuelle Menü. Dazu kommt eine Bar, die klassische Drinks neu und eigenständig interpretiert.
Assaf Granit der Mann hinter der neuen israelischen Küche
Hinter dem Berta Berlin steht der israelische Sternekoch Assaf Granit, einer der prägendsten Köpfe der modernen israelischen Gastronomie. Mit Restaurants wie dem Machneyuda in Jerusalem, dem The Palomar in London sowie dem Shabour und Boubalé in Paris hat er ein internationales kulinarisches Netzwerk aufgebaut, das mehrere Städte miteinander verbindet. 2022 kam mit dem Berta in Berlin ein weiterer Standort hinzu.

Das Team um Assaf Granit, Tomer Lanzman, Dan Yosha und Uri Navon steht hinter dem Berta und prägt seine unverwechselbare Handschrift. Gemeinsam verbinden sie israelische Tradition mit moderner kulinarischer Kreativität und formen daraus ein klares gastronomisches Konzept.
Der kulinarische Ansatz des Berta Berlin geht direkt auf Assaf Granits Arbeit in Jerusalem zurück.
In Israel zählt Granit längst zu den prägenden Persönlichkeiten der Gastronomie- und Kulturszene. Er ist dort regelmäßig im Fernsehen präsent, Teil von Kampagnen und gleichzeitig nah an den Gästen im Alltag.
Seine Wurzeln liegen in Jerusalem, wo er im Westen der Stadt das Machneyuda betreibt – eines der bekanntesten Restaurants des Landes, direkt am gleichnamigen Markt gelegen. Dieser Markt prägt bis heute die Philosophie des Hauses.
Im Machneyuda gibt es keine feste Speisekarte. Das Angebot richtet sich konsequent nach Saison und Marktgeschehen und verändert sich täglich. Die enge Verbindung zu Produkten, Erzeugern und Marktständen bildet das Fundament seiner Küche und prägt einen Stil, der stark vom direkten Austausch lebt.
Für sein Pariser Restaurant Shabour wurde Granit zudem mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Damit steht er für eine Küche, die Markt, Emotion und moderne Fine-Dining-Kultur verbindet und bewusst Grenzen zwischen Ländern und Stilen überwindet.
Kulinarische Neuinterpretation im Berta Berlin
Die aktuelle Karte verbindet vertraute Klassiker mit Gerichten, die eine deutlich orientalische Handschrift tragen und traditionelle Einflüsse modern weiterdenken.

Den Auftakt macht Kubaneh, ein jemenitisch-jüdisches Hefebrot, das weich, buttrig und angenehm saftig auf den Tisch kommt. Dazu werden Rote Bete, Meerrettich-Aioli, Crème fraîche und Zhug serviert. Die Rote Bete bringt erdige Süße, die Aioli sorgt für cremige Fülle, während Zhug eine frische, kräuterige Schärfe einbringt und dem Gericht eine lebendige Frische verleiht.

Das Kaiser Brûlée ergänzt diesen Einstieg mit einer warmen, würzigen Kombination. Aubergine trifft auf Tahini, Chiliflocken und Challah. Und Challah, ein traditionelles Hefezopf Brot rundet das Gericht mit weicher, leicht süßlicher Textur wunderbar ab.
Im Vorspeisenbereich zeigt sich die Küche besonders klar und aromatisch. Der Fattoush, ein erfrischender Brotsalat kombiniert marinierte Tomaten und Gurken mit Feta, Zaatar und Oliven.

Die Hauptgerichte führen diese Linie konsequent fort und setzen auf Kraft, Präzision und Kontrast. Der im Josper gegarte Trommelfisch „99 Balloons“ wird mit Rosenkohl, Sabzi, Dukkah und Sauce Hollandaise serviert.

„This is Sparta“ setzt einen deutlich intensiveren Akzent. Das perfekt gegarte Entrecôte steht im Mittelpunkt und wird begleitet von Kartoffel, Jägermeister-Demi-Glace und Chimichurri.
Salzburg’s Paccheri mit Meeresfrüchten und Gulaschsauce verbinden unterschiedliche Einflüsse auf überraschende, aber stimmige Weise.
Zum Abschluss warten gleich mehrere süße Höhepunkte. Der Jerusalem Cheesecake mit Zaatar-Baiser, Sumach und gesalzenem Mandel-Frischkäse zeigt sich leicht, cremig und mit feiner Zitrusnote. Der Challah-Pudding mit Salzkaramell und Labneh-Chantilly schmeckt dagegen warm, rund und angenehm üppig, ohne schwer zu sein.

Dazu kommt das Beni Mousse, ein veganes Schokoladenmousse mit Olivenöl und Maldon Salz. Die Kombination überrascht und zeigt, wie himmlisch ein veganes Dessert schmecken kann.
Signature Drinks und ein Abend in Bewegung










