Ein gewiefter Verführer, ein Meister der Verwandlung, ein Spieler mit Identitäten: Ab dem 14. März 2026 bringt das Schlosspark Theater „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ auf die Bühne. Die Inszenierung feiert Thomas Mann zu seinem 150. Geburtstag und macht einen der faszinierendsten Romane der deutschen Literatur auf elegante und moderne Weise erlebbar.
Regisseur Frank-Lorenz Engel verwandelt den Roman in eine lebendige, prägnante Bühnenfassung, die schnell, pointiert und sprachlich beeindruckend inszeniert ist. Dabei spielt das Stück mit viel Humor und Leichtigkeit Thomas Manns feine Ironie aus und wirft zugleich aktuelle Fragen auf: Wie stark prägt Selbstinszenierung unser Leben, und wer entscheidet letztlich, was wirklich echt ist?
Virtuos zwischen Charme und Raffinesse

Adrian Djokić brilliert in der Titelrolle als Felix Krull, ein junger Mann, der geschickt zwischen Charme und Dreistigkeit balanciert. Mit Leichtigkeit und feinem Gespür für Zwischentöne zeigt er, wie Krull die Welt als Bühne begreift und sie mit Witz und Intelligenz für sich nutzt. An seiner Seite sorgen Alexa Maria Surholt, Marie Schröder, Gerhard Mohr, Oliver Nitsche und Jakob Wenig in insgesamt 29 Rollen für ein lebendiges, facettenreiches Bild der Gesellschaft um 1900.
Bühne als Spiegel der Identität
Ein besonderes Highlight der Inszenierung ist die visuelle Gestaltung. Bühnen- und Kostümbildnerin Su Sigmund schafft ein flexibles Bühnenbild, das fließend zwischen Rheingauer Winzerdorf und mondänem Paris wechselt. Es spiegelt Krulls ständige Verwandlungen: wandelbar, elegant und nie ganz greifbar. Die Musik von Valentin von Lindenau unterstreicht diese Balance zwischen Schein und Sein und verstärkt die raffinierte Inszenierung.
Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, entdeckt früh sein Talent zur Selbstverwandlung. Ob Liftboy, Charmeur oder vermeintlicher Aristokrat – er folgt dem Motto „Corriger la fortune“ und verfolgt das Glück mit gr0ßer Entschlossenheit. Sein Aufstieg ist voller Witz und gleichzeitig ein Spiegel gesellschaftlicher Konventionen, Sehnsüchte und Projektionen. Die zentrale Frage bleibt: Ist Krull ein Betrüger oder einfach ein außergewöhnlicher Darsteller sozialer Rollen?
Bis zum 26. April 2026 lädt das Schlosspark Theater zu einem unvergesslichen Theaterabend ein. Das Stück zeigt, wie Thomas Manns kluger Blick auf Schein, Selbstinszenierung und gesellschaftliche Masken heute noch fasziniert.
Wo: Schloßpark Theater, Schloßstraße 48, 12165 Berlin
Tickets: ab 22,00 Euro
Einstiegstext: © DERDEHMEL/Urbschat
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